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Über das Hörbuch Ignatius von Loyola: "Geistliche Übungen" veröffentlichte die Katholische SonntagsZeitung für das Erzbistum Berlin am 12./13.02.2005 folgendes Interview:

Erstmals liegen die wichtigsten Texte der berühmten "Geistlichen Übungen" von Ignatius von Loyola, dem Gründers des Jesuitenordens, als Hörbuch auf CD vor. Die Sonntagszeitung sprach mit Pater Vitus Seibel SJ, der als Exerzitienbegleiter seit vielen Jahren Priestern und Laien Exerzitien erteilt.

Was macht ein Jesuit aus der Rheinpfalz seit über zehn Jahren im idyllischen Kiadow?

Ich leite die letzte Ausbildungsphase der Jesuiten. Nach einigen Jahren im Beruf als Priester oder Bruder werden die Mitbrüder noch einmal für etwa sieben Monate zu einer Intensivzeit zusammengeholt. Sie sollen dabei ihre bisher gemachten Erfahrungen überdenken und sich vor ihrer endgültigen Eingliederung in den Orden anhand der Satzungen des Ordens über ihren weiteren Lebensweg klar werden. Dabei spielen die Großen, das heißt 30-tägigen Exerzitien des Ignatius von Loyola eine wichtige Rolle. In der Zeit, die nicht durch diese Ausbildungsphase, das sogenannte Tertiat, belegt ist, gebe ich je nach Wunsch die Großen Exerzitien oder auch Exerzitien in kürzerer Form, etwa achttägige.

Was sind die Großen Exerzitien der heiligen Ignatius?

Es sind Übungen, in denen ein Mensch in vielen Gebetszeiten das Leben Jesu betrachtet. Dabei kommt seine eigene Existenz immer mehr mit ins Spiel. Er lernt mit allen Sinnen, also riechen, schmecken, hören, sehen und fühlen, was zu Jesus Christus passt und was nicht. Und so soll er für sein eigenes Leben immer mehr und besser das wählen, was er im Evangelium gelernt hat.

Was ist das Besondere an diesen Exerzitien?

Sie können einen Menschen umwandeln. Sie können ihn mehr zu einem Menschen für andere und freier machen. Das alles ist erstaunlich. Es hat von Anfang an - natürlich zu Unrecht - den Verdacht erregt, dass es da nicht mit rechten Dingen zugeht. So haben die Exerzitien teil an dem, was einmal ein bekannter Buchtitel über den Orden formulierte: "Macht und Geheimnis der Jesuiten".

Wer "macht" Exerzitien? Was gibt esfiir Voraussetzungen?

Zu mir wie zu anderen Exerzitienbegleitern kommen Priester, Ordensleute, Männer und Frauen, Jüngere und Altere, Menschen vor wichtigen Entscheidungen oder an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt. Die Voraussetzungen müssen in jedem einzelnen Fall besprochen werden. Psychische Gesundheit muss gegeben sein. Die Konfession spielt keine Rolle mehr.

Muss man die eher strengen älteren Regeln den heutigen Bedürfnissen anpassen?

Bei den echten ignatianischen Exerzitien müssen die Grundpfeiler schon bestehen bleiben: Weg von Eigenwillen, Eigenliebe und Eigeninteressen, wo diese dem Evangelium widersprechen, hin zur Nachfolge Jesu Christi, zur Liebe zu Gott und den Menschen. Dabei werden aber manche Anweisungen des Exerzitienbüchleins modifiziert, je nach dem Fassungsvermögen des Einzelnen. Und manches muss man neu bedenken hinsichtlich heutiger Erkenntnisse. Ignatius lässt ja dem, der die Exerzitien begleitet, auch grundsätzlich freie Hand. Das Exerzitienbüchlein ist ein "Reiseführer" für den, der die Exerzitien "gibt", und nicht zum Lesen für den Exerzitanten gedacht.

Welche Bedeutung haben die Exerzitien heute?

Mir scheint, sie sind aktueller denn je. Die alten Fragen sind ja nicht erledigt, sondern geraten ganz neu in den Blick. Etwa: Was ist der Sinn meines Lebens? Wie kann ich Gott finden in allen Dingen? Wie können wir wachsen zu mehr Hingabe und Liebe?

Ignatius von Loyola: "Geistliche Übungen", CD. Sprecher: Thomas Grießbach OF, P. Vitus Seibel SJ, 16.80 Euro, ISBN: 3-87554-405-6.

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