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Aus Liebe und Treue zur Kirche
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Zu unserem Titel Aus Liebe und Treue zur Kirche. Eine etwas andere Geschichte des Zweiten Vatikanums baten wir das Zentralkomitee der deutschen Katholiken um eine Stellungnahme.

Uns erreichten Schreiben des Präsidenten des ZdK, Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, sowie eines weiteren Mitglieds des ZdK, Dr. Michael Elgner. Wir bitten um Ihre @Meinung dazu und werden ausgewählte Texte veröffentlichen:

Es ist wahr: Die geschichtliche Erinnerung neigt dazu, die großen Ereignisse und Wendepunkte im Rückblick zu vereinfachen und Differenzierungen zu vergessen. Da kann es fruchtbar und erhellend sein, den Geschehnissen und den handelnden Personen direkt und – soweit das Menschen überhaupt möglich ist – unbeeinflusst von Bildern und Meinungen ins Gesicht zu schauen. Auf solchem Mut und solcher Unvoreingenommenheit beruht bekanntlich der Erfolg mancher bisher unbekannter Historiker. Sollte das Büchlein von Alexandra von Teuffenbach zu jenen gehören, die ein neues Licht auf die Vergangenheit werfen?

Davon kann leider überhaupt keine Rede sein. Gewiss erzählt sie das eine oder andere interessante Detail. Aber ihre Absicht und ihr Vorurteil treten rasch und unübersehbar zu Tage. Denn was ist bei ihr der rote Faden, der die verschiedenen für die „Tagespost“ geschriebenen Geschichten und Geschichtchen zusammenhält? Papst Johannes XXIII. war ein durch und durch konservativer Mann, der sich allerdings in seiner Gutherzigkeit über die Konsequenzen seines Tuns nicht so recht im Klaren war. Denn eigentlich sollte das II. Vatikanische Konzil ja – wie dies schon Pius XII. gewollt hatte – nur die Fortsetzung des vorzeitig abgebrochenen I. Vatikanischen Konzils werden. Deshalb sei es ja auch eigentlich das Konzil Alfredo Ottavianis. Und der überragende Theologe des Konzils sei Sebastian Tromp, der Sekretär der von Kardinal Ottaviani geleiteten Theologischen Vorbereitungskommission. Beide waren bekanntlich entschiedene Gegner jedes Wandels im kirchlichen Leben und jedes neuen Gedankens in der Theologie. Das passt haargenau zu dem Traditions- und Theologieverständnis der Verfasserin: Tradition hat für sie nichts Dynamisches, sondern sie ist starr und unveränderlich. Und Theologie beruht für sie offenbar ausschließlich auf Deduktion und besteht daher vor allem in Archivstudien. Ihre Darstellung der subsistit-Problematik, immerhin das Thema ihrer Dissertation, ist von rührender Schlichtheit. Die Überzeugung der Konzilsmehrheit, dass sich die Kirche Jesu Christi in der Katholischen Kirche verwirklicht und es zugleich auch außerhalb der katholischen Kirche Kirchenwirklichkeit gibt, hat sich ihr offenbar nicht erschlossen. Die Idee, die Kirchenkonstitution des II. Vatikanums Lumen Gentium mit dem Entwurf der Kirchenkonstitution des I. Vatikanums zu vergleichen, ist ihr offenbar nie gekommen. Oder bei diesem Vergleich ist ihr nichts Wesentliches aufgefallen. Gleichwohl ist der Verfasserin eine gewisse Konsistenz der Gedankenführung nicht abzusprechen. Denn wer den katholischen Ökumenismus nicht als eine notwendige Konsequenz des Kirchenbegriffs von Lumen Gentium erkennt, der kann wie sie auf die Idee verfallen, die Bedeutung des Ökumenismusdekrets zu bestreiten und ihm den gleichen Rang zumessen wie dem Dekret über die sozialen Kommunikationsmittel.

Ich kann also nicht erkennen, worauf sich Ihre Hoffnung gründet, durch das Büchlein von Alexandra von Teuffenbach würde ein neues Herangehen ermöglicht, das die Unterschiede und Gegensätze in der Sicht des II. Vatikanischen Konzils überwinden könnte. Es versteht sich von selbst, dass meine Stellungnahme nur ohne jegliche Kürzung und Auslassung veröffentlicht werden kann.

Prof. Dr. Hans Joachim Mayer
ZdK Präsident

Das Buch von Alexandra von Teuffenbach werte ich, gerade auch als Mitglied des Zentralkomitees deutscher Katholiken (ZdK),als ein gutes und nützliches Buch.

Als ein gutes, weil es aufzeigt, dass es den Konzilsvätern und ihren Mitarbeitern, ganz gleich welcher geistigen Fraktion sie angehörten, immer um eines ging: Um die Wahrheit, um die Kirche und wie der Auftrag Jesu Christi an sie, seine Botschaft immer und überall zu verkünden, unter den modernen Umständen am besten erfüllt werden kann. Die Gegensätzlichkeiten in den „fortschrittlichen“ oder „konservativen“ Positionen waren nur relative im gemeinsamen Streben der Bischöfe, in „Liebe und Treue zur Kirche“ aus ihrer jeweiligen Stellung heraus und auf ihre je eigene Weise der Kirche in diesem Sinne zu dienen - und im Vertrauen auf den in ihr wirkenden Geist Gottes und im Loslassen der eigenen Positionen die Einheit im Glauben zu wahren.

Als ein nützliches Buch, weil es auf manche späteren Fehl- oder einseitigen Interpretationen des Konzils hinweist. Darüber hinaus kann es heute, wo unsere Kirche in der Öffentlichkeit oft ein Bild der Zerrissenheit abgibt, für uns Anlass sein, uns bei unseren Diskussionen und kritischen Äußerungen das eigentliche mehr bewusst zu machen: Dass wir doch durch das Geschenk des Glaubens untereinander in Einheit verbunden sind - und wir daher unsere „Liebe und Treue zur Kirche“ in der Öffentlichkeit auch mehr demonstrieren sollten.

Dr. Michael Elgner
Mitglied des ZdK

Alexandra von Teuffenbach, Aus Liebe und Treue zur Kirche. Eine etwas andere Geschichte des Zweiten Vatikanums. 151 Seiten, kartoniert, ISBN 3-87554-398-X, EURO 8,80

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Bestellung per @eMail oder per Telefon: (030) 688 35 10 21

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